Marc Chagall

„Ich werde oft gefragt: Wie nennen Sie die Farbe und ihre Chemie? Man kann über die Farbe dasselbe sagen wie über die Musik: Die Tiefe der Farbe geht durch die Augen und bleibt in der Seele, so wie die Musik ins Ohr geht und in der Seele bleibt.“
– Marc Chagall (zitiert in J. Baal-Teshuva (Hrsg.), Chagall: A Retrospective, Westport, 1995, S. 181).


Das ein Jahr vor Chagalls Tod 1985 entstandene Gemälde „Amoureux à l’arc en ciel“ oder “ Regenbogenliebende“ widmet sich einem der ikonischsten Motive des Künstlers – den „Liebenden“. Die Inspiration für dieses Paar in inniger Umarmung wird oft auf Chagalls tiefe Liebe zu seiner ersten Frau, der Dichterin Bella Rosenfeld, zurückgeführt, die 1944 tragischerweise starb. Chagall integrierte häufig Darstellungen von Bella in seine Gemälde, um die Erinnerung an sie in einer unvergänglichen und zugänglichen Form zu verewigen. Vor der Kulisse von Witebsk wird das Liebespaar von einem Regenbogen begleitet. Die Blockfarben des Regenbogens stimmen mit anderen Werken überein, die in der letzten Lebensphase des Künstlers in den 1980er Jahren in Saint Paul de Vence entstanden.

Das Besondere an diesem Werk ist die Art und Weise, wie Chagall gekonnt Strukturen und Formen kombiniert. Ein Milchmädchen, Männer mit Hüten, ein Blumenstrauß, Hühner, ein Esel und eine Kuh bilden eine vielfältige Komposition – eine Vereinigung von Mensch, Tier und Pflanze. Am deutlichsten wird diese Verschmelzung in der oberen rechten Ecke, in der er den Federn des Huhns auf humorvolle Weise ein Gesicht hinzufügte, das in Gelb gehalten ist.

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