Marc Chagall

Seit den 1920er Jahren beschäftigte sich Chagall mit dem Thema der Liebenden, die sich inmitten von leuchtenden Blumensträußen umarmen. Für den Künstler symbolisierten Blumen das Leben selbst. Seine Enkelin Bella Meyer erinnert sich: „Die Farben waren [für Chagall] wichtiger als die Art der Blumen. Ich bezweifle, dass er die Namen der Blumen kannte, aber er war voller Ehrfurcht vor Blumengeschenken“.
In „Couple aux fleurs et raisins“ dient die Fülle der Blumen als Mechanismus, um die Liebe sowohl zu verbergen als auch zu enthüllen. Die männliche Figur scheint hinter dem Blumenstrauß zu schweben, und seine ausgestreckte Hand lenkt den Blick des Betrachters auf die entblößte weibliche Figur. Ferner zeigt das Kunstwerk einen Teller mit Weintrauben, da Früchte oft den Überfluss symbolisieren – ein Motiv, das Chagall häufig in ähnlich angelegten Werken verwendete.
Für Chagall war die Farbe schon immer eines der wichtigsten Elemente einer Komposition gewesen. Der Maler bezeichnete sie als „den Puls eines Kunstwerkes“. (zitiert in J. Baal-Teshuva, Hrsg., Chagall: A Retrospective, Connecticut, 1995, S. 180) In diesem Werk auf Papier wird die leuchtende Farbpalette innovativ eingesetzt, insbesondere bei der Darstellung beider Figuren. Ihre Köpfe sind grün umrahmt, und die Hand des Mannes, fast symbolisch, ist blau hervorgehoben. In den 1960er und 70er Jahren begann sich Chagalls Farbgebrauch durch seine Erfahrungen mit Glas zu innovieren, wobei er diese Erfahrungen auf seine Gemälde und Arbeiten auf Papier übertrug. In dem Werk fügt sich das Duo nahtlos in das Grün der Blumenausstellung ein und unterstreicht auf subtile Weise seine Liebe und seine Verbindung zu Blumengeschenken, die seine Gefühle ausdrücken.

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