Marc Chagall

„Ecuyère rouge dans le ciel bleu-rosé entre Vitebsk et Paris“ entstand in einer der produktivsten Schaffensperioden Chagalls.
Während dieser Zeit hielt sich der Künstler mit seiner zweiten Frau „Vava“ in Südfrankreich auf und tauchte in die sonnige Umgebung und ihre leuchtenden Farben ein. Die Stabilität und Zufriedenheit, die Chagall in dieser Zeit in seinem Privatleben erlebte, sowie seine jüngsten Experimente mit Mosaik und Glasmalerei belebten das Schaffen des Künstlers. Dies veranlasste ihn dazu, einige seiner ganz persönlichen Themen wieder aufzugreifen. Indem er eingehend über sein Leben nachdachte, begann Chagall, komplexe Kompositionen zu schaffen, die die Kette von Ereignissen und Umständen, die ihn zu jenem Punkt in seinem Leben führten, enthüllten und dokumentierten.
„Ecuyère rouge dans le ciel bleu-rosé entre Vitebsk et Paris“ zeugt von Chagalls tiefer Liebe zu seiner Heimatstadt Vitebsk und seiner Wahlheimat Paris – ein durchgängiges Thema in dieser Zeit. Auf der linken Seite des Bildes versetzt der Künstler den Betrachter in die französische Hauptstadt, wo der Eiffelturm als Silhouette über dem Stadtbild thront. Auf der rechten Seite der Komposition entfaltet sich Vitebsk als eine Reihe einstöckiger Gebäude, die sich nach rechts oben ausbreiten (um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht). Die Gebäude stehen dicht gedrängt, und die Kuppelstruktur erinnert an die zahlreichen Kirchen der Stadt.
Die Arbeit auf Papier verbindet diese beiden Orte auf phantasievolle Weise zu einem einzigen Bild, und zwar durch eine horizontale Achse, die vom Maler im Vordergrund bis zum Zirkus im Himmel reicht. Die Komposition enthüllt Chagalls Erinnerungen und persönliche Erfahrungen mit einer traumähnlichen Qualität und unterstreicht, wie sowohl Paris als auch Witebsk seine Kreativität und Vorstellungskraft beflügelt haben.

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