Marc Chagall

Das Gemälde La jeune Mexicaine ist in kräftigen Blau- und Rottönen gehalten und zeigt eine elegante Frau, die einen Korb mit Früchten trägt

und von einem mexikanischen Mariachi begleitet wird. Im Sommer 1942 reiste Chagall mit seiner Frau Bella nach Mexiko, da er den Auftrag erhalten hatte, das Bühnenbild und die Kostüme für die Inszenierung von Aleko des American Ballet Theatre zu entwerfen. Die Chagalls waren im Sommer zuvor in New York eingetroffen, wo bereits erste Vorbereitungen für die Produktion stattfanden. Léonide Massine wurde als Choreograf hinzugezogen, und Chagall entwickelte eine wertvolle Freundschaft zu seinem russischen Kollegen. Mehrere Monate lang trafen sie sich fast täglich, um die Produktion vorzubereiten, die aus technischen Gründen nicht in New York, sondern in Mexico City uraufgeführt werden sollte. Franz Meyer, Chagalls Biograf und Schwiegersohn, schrieb 1961, dass »für Chagall und seine Frau die Monate, die sie mit Massine arbeiteten, zu den glücklichsten ihres Aufenthalts in Amerika gehörten«.

Nach ihrer Ankunft in Mexiko-Stadt waren die Chagalls mit letzten Änderungen der Inszenierung beschäftigt. Chagall arbeitete an den Kulissen, während Bella die Herstellung der Kostüme überwachte. Trotz ihres vollen Terminkalenders konnten sich die Chagalls immer wieder Zeit nehmen,

um die Stadt und das Umland zu erkunden. Während dieser kurzen Pausen fertigte Chagall mehrere Skizzen an, die als Grundlage für eine Reihe von Gouachen dienten, die die örtliche Bevölkerung darstellten. Meyer stellte fest, dass »diese Werke seine tiefe Sympathie mit Mexiko und den Mexikanern offenbaren. Er fühlte sich von ihrem glühenden, großzügigen Wesen angezogen und freute sich über ihr Gefühl für die Kunst und ihre Reaktion auf sein eigenes Werk. Es sind diese Menschen, die wir in den Gouachen sehen.«

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