Sitzendengruppe (Gruppe im Raum mit Lampe) - Oskar Schlemmer

Sitzendengruppe (Gruppe im Raum mit Lampe)

Provenienz:

Nachlass des Künstlers

Staatsgalerie Stuttgart, Depositum Schlemmer, Inv. Nr. GL 1758

Oskar Schlemmer zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne. Als Maler, Bildhauer und Bühnenkünstler entwickelte er eine unverwechselbare, geometrisch rhythmisierte Formensprache, in deren Mittelpunkt der Mensch im Raum steht. Zwischen 1921 und 1929 war Schlemmer Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau und prägte die Bühne sowie die Lehre maßgeblich, bevor er die Schule verließ und als Professor an die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau wechselte.

Die Zeichnung „Sitzendengruppe (Gruppe im Raum mit Lampe)“ aus dem Jahr 1930 zeigt eine in Schlemmers charakteristischer Formensprache gestaltete Figurengruppe in einem schlicht angedeuteten Innenraum. Die Körper der drei sitzenden Personen sind mit fließenden, bogenförmigen Linien modelliert. Die Szene wirkt intim, die Figuren leise, konzentriert, in sich versunken. Eine einzelne Hängelampe definiert den Raum und lenkt den Blick des Betrachters nach oben.

Besonders auffällig ist die Darstellung des Thonet-Schaukelstuhls, dessen ikonische Bugholzform Schlemmer mit wenigen, souverän gesetzten Linien erfasst. Die Integration dieses Möbelstücks verweist auf die moderne Wohnkultur der Zeit und zeigt zugleich Schlemmers Interesse an der Darstellung dynamischer, geschwungener Formen innerhalb einer strukturierten Raumkomposition.

Das Blatt, für das Schlemmer die Rückseite einer Bauhaus-Drucksache verwendete, verfügt über eine ausgezeichnete Provenienz: Es stammt direkt aus dem Depositum Schlemmer an der Staatsgalerie Stuttgart (Inv. Nr. GL 1758).

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