Drei Studien einer Arbeiterfrau - Käthe Kollwitz

Drei Studien einer Arbeiterfrau

Provenienz:

Privatsammlung, New York

Sindin Galleries, New York

Galerie Utermann, Dortmund (1989)

Privatsammlung, Südamerika / Baden Württemberg

Studien im Zusammenhang mit den Frauendarstellungen der Lithographien Kl. 83 und 84 von 1905.

Literatur: Ausst.-Kat. „Handzeichnungen deutscher Meister“, Galerie Ernst Arnold, Dresden, 1919, Nr. 141, Abb. S. 51

Käthe Kollwitz schafft mit den „Drei Studien einer Arbeiterfrau“ ein eindrückliches Zeugnis über das Leid der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere der Frauen. Die Frau trägt in jeder Position dunkle, einfache Kleidung, ihr Kopf ist gesenkt, sie scheint in sich gekehrt und nachdenklich. Durch die expressiven, schnellen Striche und die bewusst gesetzten Hell-Dunkel-Kontraste hält Kollwitz die innere Verfassung der Dargestellten eindrücklich fest.

Diese Studien stehen in engem Zusammenhang mit den Lithographien Kl. 83 und Kl. 84, die dasselbe Thema aufgreifen. Unsere vorliegende Arbeit zeugt von Kollwitz’ charakteristischer Methode: Vor der eigentlichen Druckausführung skizziert sie ihre Figuren zunächst in mehreren Variationen, um Haltung und Ausdruck in ihrer Essenz zu erfassen. Durch den Verzicht auf jeglichen Hintergrund lenkt sie den Fokus ausschließlich auf die Frau und ihre innere Verfassung. Die feine Strichführung hebt die subtile Darstellung von Haut, Falten und der schweren Kleidung hervor und intensiviert die emotionale Wirkung –so gelingt ihr die große Ausdruckskraft der Komposition.

Auch bedingt durch die politischen Überzeugungen ihres Mannes war es Käthe Kollwitz ein Anliegen, das Leben von Frauen in der Arbeiterklasse mit einer Ernsthaftigkeit und Würde darzustellen, die so in der Kunst bis dato kaum zu finden war. Die dargestellte Frau wirkt trotz ihrer gebeugten Haltung nicht gebrochen – vielmehr liegt in ihr eine stille Stärke und Ausdauer, die charakteristisch für viele ihrer Frauenfiguren ist. Im Jahr 1906, die Künstlerin hat bereits großen Erfolg, entwirft Käthe Kollwitz das Plakat für die erste „Deutsche Heimarbeit-Ausstellung“ in Berlin – es zeigt das Motiv einer erschöpften Arbeiterfrau.

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