Provenienz:
Fritz-Winter-Stiftung, München
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen
Die Mitte der 1950er Jahre markiert eine besonders produktive und stilistisch gefestigte Phase in Fritz Winters Werk. Nach den existenziell geprägten Arbeiten der unmittelbaren Nachkriegszeit fand er zu einer offeneren abstrakten Bildsprache, in der Farbe, Form und Raum in ein ausgewogenes Spannungsverhältnis treten. In den Arbeiten dieser Zeit vollzieht sich Begegnung nicht mehr erzählerisch, sondern in der unmittelbaren Beziehung der Bildelemente zueinander. Parallel dazu erfuhr Winter internationale Anerkennung: 1955 war er prominent auf der ersten documenta in Kassel vertreten, wo eines seiner Hauptwerke zentral präsentiert wurde. Im selben Jahr erhielt er eine Professur in Kassel sowie internationale Auszeichnungen, was seine Position als eine der führenden Stimmen der abstrakten Nachkriegskunst nachhaltig festigte.
In Begegnung von 1956 entfaltete Fritz Winter eine vielschichtige, spannungsreiche Komposition aus farbigen Flächen, linearen Elementen und unterschiedlich strukturierten Zonen. Das Bildfeld ist nicht hierarchisch organisiert, sondern erscheint als offener Raum, in dem sich Formen annähern, überlagern und einander widersprechen.
Ausgangspunkt der Komposition waren kräftige Farbfelder in Magenta, Grün, Rot, Violett und Schwarz, die anschließend mit Grau und Hellgrün großflächig in pastosen Schichten mit dem Spachtel teilweise oder vollständig überdeckt wurden. Die verbleibenden Farbakzente wirken schwebend und zugleich fest im Bildgefüge verankert. Das große ovale Feld in sattem Magenta mit grünem Zentrum auf der rechten Bildhälfte bildet einen energetischen Pol, dem die kleineren, frei gesetzten Formen antworten.
Dunkle, teils kantige Linien und gebrochene Balkenformen durchziehen die Komposition diagonal und vertikal. Sie erinnern an schematische Zeichen oder figurenhafte Andeutungen, ohne sich eindeutig zu konkretisieren. Charakteristisch für Winters Malerei dieser Zeit ist das Wechselspiel von kontrollierter Setzung und freiem, beinahe improvisiertem Duktus. Die sichtbaren Pinsel- und Spachtelspuren verleihen dem Werk eine körperliche Präsenz und machen den malerischen Prozess selbst erfahrbar: Farbe erscheint nicht nur als Mittel der Gestaltung, sondern als eigenständige, wirksame Kraft.
Dienstags-freitags 10-16 Uhr und nach Vereinbarung
An gesetzlichen Feiertagen bleibt die Galerie geschlossen.
Galerie Utermann
Silberstraße 22
44137 Dortmund
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