Marc Chagall

La fuite: coq et bouc au dessus du village kann auf eine umfangreiche Ausstellungsgeschichte zurückblicken, die die universellen Qualitäten des Werks widerspiegelt. Als Chagall 1943 nach New York zurückkehrte, beschäftigte er sich zunehmend mit dem Zeitgeschehen. In dieser Zeit erschütterte ihn eine bestimmte Nachricht zutiefst: die brutale Zerstörung seiner Heimatstadt Witebsk während der Operation Barbarossa.

In La fuite: coq et bouc au dessus du village kann man diese Zerstörung durch den orangefarbenen Schein am Horizont erkennen, wo die Flammen die nächtliche Szene eindringlich erhellen. Wie in einem Akt religiösen Trotzes ist die Kirche das einzige Gebäude, das im Licht steht, und verkörpert so das Thema der religiösen Stärke, welches sich durch das gesamte Werk zieht. Wo man eigentlich Flammen erwarten würde, sind sie durch einen Hahn und eine Ziege ersetzt. Der Hahn, der oft mit Chagall in Verbindung gebracht wird, symbolisiert seine persönliche Identität und Herkunft. Auch die Ziege ist von großer symbolischer Bedeutung, da sie ein wesentliches Element bei jüdischen Opferungen darstellt. Chagall setzte sie außerdem häufig ein, um die bestialische Behandlung der Juden in Russland und Europa, insbesondere während des Holocausts, darzustellen.

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