Oskar Schlemmer

Werke

Biografie

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Oskar Schlemmer (* 4. September 1888 in Stuttgart; † 13. April 1943 in Baden-Baden) zählt zu den vielseitigsten deutschen Künstlern der Klassischen Moderne. Als Maler, Zeichner, Bildhauer, Wandgestalter und Bühnenkünstler beschäftigt er sich insbesondere mit dem Verhältnis von Mensch und Raum. Die menschliche Figur, häufig auf geometrische Grundformen reduziert und als typisierte Figurine dargestellt, bildet das zentrale Thema seines Schaffens.

Ausbildung und frühe Jahre

Oskar Schlemmer wird am 4. September 1888 in Stuttgart geboren. Nach einer Lehre in einer Intarsienwerkstatt beginnt er 1906 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt in Berlin setzt er sein Studium in Stuttgart fort und wird ab 1912 Meisterschüler von Adolf Hölzel. In dieser Zeit setzt sich Schlemmer zunehmend mit den aktuellen Strömungen der europäischen Avantgarde auseinander.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs meldet sich Schlemmer 1914 freiwillig zum Militärdienst. Nach Kriegsende kehrt er nach Stuttgart zurück und nimmt seine künstlerische Arbeit wieder auf. 1919 stellt er in der Berliner Galerie „Der Sturm“ aus.

Das Bauhaus und das Triadische Ballett

1920 heiratet Schlemmer Helena Tutein, genannt „Tut“. Im selben Jahr folgt er der Berufung Walter Gropius’ an das Bauhaus in Weimar. Dort übernimmt er verschiedene Aufgaben in Lehre und Werkstätten und ab 1923 die Leitung der Bühnenwerkstatt. Mit dem Umzug des Bauhauses nach Dessau setzt Schlemmer dort seine Lehrtätigkeit fort.

1922 wird in Stuttgart sein „Triadisches Ballett“ uraufgeführt, mit dem Schlemmer auch international auf sich aufmerksam macht. Die Beschäftigung mit Theater und Tanz gewinnt für sein gesamtes künstlerisches Schaffen große Bedeutung. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis der menschlichen Figur zum sie umgebenden Raum. Auch in seiner Malerei bleibt der Mensch das beherrschende Thema. Unter dem Einfluss des Kubismus entwickelt Schlemmer zunehmend geometrisch aufgebaute Figuren- und Raumkompositionen.

Breslau und Berlin

Von 1928 bis 1930 arbeitet Schlemmer an neun Wandbildern für das Museum Folkwang in Essen. 1929 verlässt er das Bauhaus und folgt einem Ruf an die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Nach deren Schließung wechselt er 1932 an die Vereinigten Staatsschulen für Kunst und Kunstgewerbe in Berlin.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Schlemmer 1933 aus seiner Lehrtätigkeit entlassen. Seine Kunst wird als „entartet“ diffamiert, Werke werden aus deutschen Museen entfernt und 1937 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt.

Späte Jahre

In den folgenden Jahren sind Schlemmers künstlerische Arbeitsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Zeitweise arbeitet er in Lack- und Farbenfabriken. Während der Kriegsjahre ist er gemeinsam mit Willi Baumeister und Georg Muche am Institut für Malstoffe in Wuppertal tätig. In seinen letzten Schaffensjahren entsteht 1942 die kleinformatige Serie der insgesamt achtzehn „Fensterbilder“.

Oskar Schlemmer stirbt am 13. April 1943 im Alter von 54 Jahren in Baden-Baden. Sein vielseitiges Werk verbindet Malerei, Zeichnung, Plastik, Wandgestaltung, Tanz und Theater. Die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur im Raum bleibt dabei das zentrale Thema seines Schaffens.

Vita

1888 – Am 4. September wird Oskar Schlemmer in Stuttgart geboren.

1905 – Abschluss seiner Lehre in einer Intarsienwerkstatt.

1906 – Beginn des Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

1910/11 – Aufenthalt in Berlin und Auseinandersetzung mit den internationalen Avantgardeströmungen.

1912 – Meisterschüler von Adolf Hölzel an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

1914/1918 – Militärdienst im Ersten Weltkrieg.

1919 – Ausstellung in der Galerie „Der Sturm“, Berlin.

1920 – Heirat mit Helena Tutein („Tut“). Berufung durch Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar.

1922 – Uraufführung des „Triadischen Balletts“ in Stuttgart.

1923 – Übernahme der Leitung der Bühnenwerkstatt am Bauhaus.

1925/1926 – Mit dem Umzug des Bauhauses Wechsel nach Dessau und Fortsetzung der Lehrtätigkeit.

1928/1930 – Arbeit an neun Wandbildern für das Museum Folkwang in Essen.

1929 – Schlemmer verlässt das Bauhaus und wird an die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau berufen.

1932 – Wechsel an die Vereinigten Staatsschulen für Kunst und Kunstgewerbe in Berlin.

1933 – Entlassung aus der Lehrtätigkeit durch die Nationalsozialisten. Seine Kunst wird als „entartet“ diffamiert.

1937 – Werke Schlemmers werden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt.

1940er Jahre – Tätigkeit am Institut für Malstoffe in Wuppertal gemeinsam mit Willi Baumeister und Georg Muche.

1942 – Entstehung der Serie der achtzehn „Fensterbilder“.

1943 – Am 13. April stirbt Oskar Schlemmer in Baden-Baden.

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